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5 Wege, um sich nachhaltig zu ernähren und die Umwelt zu schonen.

Ist eine rein (100%ige) pflanzliche Ernährung besser für den Planeten?

Diese Frage hat sich sicher schon der eine oder andere umweltbewusste Mensch gestellt.

Wenn man der veganen Bewegung Glauben schenkt, scheint die Antwort „Ja“ zu lauten.

Doch ist das wirklich so?

Musst du als Fitness-Begeisterter wirklich auf Fleisch verzichten (und all die guten Proteine missen…), um den Planeten zu retten?

In diesem Artikel zeige ich dir eine auf unzähligen Metastudien basierte Antwort auf diese Frage.

Fleischstudien & Eiermathematik

Im Allgemeinen sieht es so aus:

Proteine von Tieren zu essen, ist, wenn man die Ressourcen betrachtet, zunächst weniger effektiv, als das Protein direkt von Pflanzen aufzunehmen.

Im Durchschnitt kommen nur 10% von dem, was Farmtiere essen, in Form von Fleisch, Milch und Eiern zurück. Im Gegensatz zu Pflanzen produzieren Tiere ausserdem Methangase, die zum Klimawandel negativ beitragen. Ryan Andrews (Autor von A Guide to Plant-Based Eating und Hilfsprofessor beim SUNY Purchase College) sagt: „Schlachttiere zu halten fordert viele Ressourcen und produziert viele Abfälle.“

Die Produktion von einem Gramm Protein vom Rind erzeugt mehr als 7,5 Mal mehr CO2 als ein Gramm Protein aus Pflanzen.

Rinder sind für den Ausstoss von ca. 70% aller landwirtschaftlichen Treibhausgase verantwortlich. Pflanzen hingegen nur für 4%.

Aber heisst das, du musst Fleisch komplett aufgeben, wenn du den Planeten „retten“ willst?

In einer Studie von 2019 im „Global Environmental Change Journal“ schauten sich Forscher der John Hopkins Universität (und auch Forscher anderer Universitäten) die Auswirkungen von neun verschiedenen Ernährungsformen auf die Umwelt an. Die Vielfalt der untersuchten Essmodelle reichte von veganen Essern bis zu Omnivoren.

Das Folgende wurde herausgefunden:
1.Deinen Fleischkonsum auf ein Fleischgericht am Tag zu reduzieren, senkt deinen negativen Umwelteinfluss mehr, als dich Lakto-Ovo-Vegetarisch zu ernähren (= Kein Fleisch, kein Fisch, aber Eier und Milch und alle vegetarischen Lebensmittel).

2.Ernährung, die kleine Lebewesen des unteren Teils der Nahrungskette beinhaltet (Fisch, Insekten, Würmer, Weichtiere) hat die gleiche Wirkung auf die Umwelt, wie eine zu 100% vegane Ernährung. Anders gesagt: Wenn es dir darum geht den schädlichen Einfluss auf die Umwelt möglichst gering zu halten, dann musst du nicht vegan unterwegs sein. Stattdessen kannst du eine der Strategien nutzen, die ich dir jetzt unten vorstelle.
(Und wenn es dir gar nicht wichtig ist auf deinen Umwelteinfluss zu achten, ist das auch okay. Denn schliesslich ist das im Endeffekt deine persönliche Entscheidung). Ich jedoch habe mich für einen achtsameren Weg entschieden und versuche, wo auch immer möglich, meinen Fleischkonsum zu reduzieren.

Photo by Anna Pelzer on Unsplash
5 Wege, um deinen Einfluss auf die Umwelt durch deine Ernährung zu verringern

1.Limitiere deinen Fleischkonsum

Begrenze dich auf ca. 30-90 Gramm Fleisch pro Tag. Und versuche, dass der Verzehr von allen tierischen Produkten nicht mehr als 10% deiner täglichen Kalorien ausmacht.

Den meisten Menschen hilft diese Strategie ihren Fleischkonsum zu halbieren. Stattdessen essen sie mehr Bohnen, Knollengemüse (z. B. Kartoffeln), Wurzeln, Vollkornprodukte, Pilze, etc. Vor allem der Verzehr von Samen ist sehr nachhaltig, gleichzeitig günstig und auch sehr nahrhaft.

Keine Sorge: Auch wenn du tierische Lebensmittel reduzierst, kannst du es locker schaffen auf deinen täglichen Proteinbedarf zu kommen. Kidney Bohnen, Kichererbsen, Tofu, Lupine, Tempeh, Edamame, Planted „Chicken“ sind nur einige Beispiele proteinreicher und vollwertiger Nahrungsmittel.

2. Wähle nach Möglichkeit nachhaltiges und biologisches Fleisch

Tiere in Massentierhaltung werden oft mit Mais und Soja gefüttert, welche meist in Monokulturen angebaut werden. Nachhaltig ist definitiv anders.

Denn bei Monokulturen baut man ausschliesslich eine Pflanzenart über mehrere Jahre auf der gleichen Fläche an. Das lohnt sich zwar, um grössere Erträge zu erzielen, bringt aber viele Nachteile für Tiere, Böden und auch Menschen.

Im Gegensatz zu Monokulturen ist der saisonale Anbei sehr viel nachhaltiger. Er kann die Treibhausgase um 32%-315% reduzieren! Tiere aus artgerechter biologischer Haltung werden nicht mit Mais und Soja gefüttert, sondern auch mit saisonalen und lokalen Nahrungsmitteln.

Deshalb: Es macht in jedem Fall Sinn bei seinem Fleischkonsum auf eine artgerechte Haltung zu achten. Nicht nur wegen der Monokulturen von Mais und Soja.

Ist der Standard hoch, können die Tiere ausserdem noch:

  • Grasen (das entspricht der artgerechten Haltung)
  • und werden nicht präventiv mit Antibiotika und Hormonen vollgepumpt

Die Tiere leben also wesentlich besser und wenn du Fleisch isst, nimmst du die Schadstoffe nicht auf, die bei billiger Produktion immer enthalten sind.

3. Iss mehr zu Hause
Isst du zu Hause, wird weniger Verpackungsmaterial verbraucht und es entstehen allgemein weniger Abfälle.

4. Kauf lokal und saisonal
Dadurch sparst du viele Transportkilometer, was besser für die Umwelt ist. Lokale Ernten sind ausserdem besonders frisch, schmecken meistens intensiver und sind ausserdem auch von der Auswahl her sehr vielfältig.

Ein weiterer Vorteil: Gemüse und Obst, dass auf natürlichem Boden angebaut wird, erzeugt weniger Emissionen. Im Gegensatz dazu ist das Gewächshaus sehr viel Umweltbelastender. Das liegt an der Nutzung von künstlichem Licht und Heizungsressourcen.

5. Verschwende weniger Essen
Verschwendetes Essen ist doppelte Umweltbelastung.
Food Waste ist weltweit auf Rang 2, was CO2 Emissionen anbelangt und in der Schweiz ein massives Thema. Doch niemand redet darüber. Stattdessen will man lieber Offroader verbieten und den Flugverkehr einschränken, welche weitaus weniger wichtig sind diesbezüglich.

Wenn Lebensmittel in Mülldeponien verrotten, werden Treibhausgase freigesetzt. Zuallererst werden alle Ressourcen verschwendet, die in die Produktion liefen. Weiterhin landet weggeworfenes Essen auf den Mülldeponien, wo es verrottet. Dadurch entstehen Treibhausgase. Wenn du der Umwelt etwas Gutes tun möchtest, achte am besten darauf, nur so wenig Essen wie möglich zu verschwenden.

Ein pflanzlicher Burger als Alternative – Hui oder Pfui?

Hast du schonmal von „Impossible Burger“ oder „Beyond Meat Burger“ gehört?

Diese Burger werden aus Pflanzenproteinen hergestellt. Normalerweise aus Weizen, Linsen, Soja oder Erbsen. Hinzu kommt das sogenannte Häm – ein eisenhaltiger Stoff, der auch im Fleisch enthalten ist und es rot färbt.

Laut Angaben vieler Testesser schmecken diese Burger wirklich nach Fleisch. Ich selber kann das übrigens auch bestätigen!
Heisst das nun, du solltest anstatt normaler Burger lieber diese Burger essen? Die Antwort hängt davon ab, wie sehr du Rindfleisch magst.

Und du sollst wissen: Die pflanzlichen Burger sind nicht gesünder als ein Beef-Burger. Sie sind einfach eine weitere Option.
Sie haben ähnlich viele Kalorien und enthalten auch gesättigte Fettsäuren. Genau, wie die Beef-Burger. Sie enthalten ausserdem mehr Salz und weniger Protein. Ähnlich wie bei vielen Müslis, werden sie mit Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen angereichert.

Doch trotz dessen:
Diese pflanzlichen Fleischalternativen sind nicht als Biolebensmittel zu betrachten. Sondern eher als Fleischersatz, der nicht vom Hof kommt. Und dieser läuft unter „Processed Foods“ – also nicht wirklich natürlich. Und auch wenn sie aus Pflanzen hergestellt sind, macht sie das deshalb auch noch lange nicht zum gesündesten Essen. Diese pflanzlichen Burger sind natürlich nicht so gut wie Kohl, Süsskartoffeln, Quinoa oder andere vollwertige Nahrungsmittel.

Das gleiche gilt für Pastas, Brote und andere Backwaren aus Erbsen, Linsen und anderen Quellen pflanzlicher Proteine.
Diese sind gut für dich, wenn du wenig Zeit hast. Mit ihnen kannst du ihre ungesünderen Varianten substituieren.

ABER: Sie ersetzen keine vollwertigen Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Brokkoli.

Am besten fährst du meiner Erfahrung nach immer noch mit einer ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und einem etwas reduzierten Mass an tierischen Produkten.

Solltest du aus moralischen oder spirituellen Gründen auf Fleisch verzichten, dann helfen dir die alternativen Burger allerdings den Fleischgeschmack nicht missen zu müssen.

Denn ganz ehrlich: Besonders die Pattys von Beyond Meat Burger schmecken für mich fast wie Fleisch! Eine bessere Alternative finde ich jedoch Planted Chicken (www.planted.ch). Das kann ich dir unbedingt empfehlen als Alternative zum Fleisch bzw. Chicken.

Fazit: Um den Planet zu „retten“, musst du nicht auf Fleisch verzichten
Auch, wenn es einem viele Veganer unter die Nase reiben wollen: Studien haben gezeigt, dass du NICHT auf Fleisch verzichten musst, wenn du der Umwelt etwas Gutes tun willst.

Allerdings stimmt es, dass die meisten Menschen sich zu fleischreich ernähren und ausserdem auch nicht auf die Qualität des Fleisches und die Art der Tierhaltung achten.

Willst du der Umwelt etwas Gutes tun, dann:
1. Limitiere deinen Fleischkonsum
2. Achte auf hochwertiges Fleisch bei artgerechter Haltung
3. Iss häufiger zu Hause
4. Kaufe saisonal und lokal ein
5. Verschwende weniger Essen

Wenn du aus moralischen Gründen auf Fleisch verzichten möchtest, weil du nicht verantworten willst, dass ein Tier für dich getötet wird, dann kannst du auf die auf die vielen pflanzlichen Proteinquellen setzen. Achte dann darauf, dass du deinen Proteinkonsum um ca. 20-25% gegenüber der Omnivoren Ernährungsweise erhöhst. Dann bist du auf jeden Fall gut abgedeckt. Eine super Quelle bietet wie oben beschrieben bspw. das Planted Chicken (Erbsenprotein), Lupinenfilets etc.
Diese sind dank neuer Technologien super schmackhaft. Aber natürlich werden sie die vollwertigen und naturbelassenen Nahrungsmittel in ihrer Nährstoffdichte wohl niemals ersetzen können.

Mama hatte recht: Brokkoli tut dir auf jeden Fall gut!

Falls du übrigens Schwierigkeiten hast, die für dich perfekte Ernährungsweise zu finden (die dir nicht nur gut tut und dein Muskelwachstum so richtig ankurbelt, sondern auch schmeckt), dann kann ich dich gerne dabei unterstützen.
In meinen Coachings gehe ich gezielt auf deine individuellen Bedürfnisse ein und ich richte mich dabei voll und ganz nach deinen Präferenzen und vor allem, was du langfristig in dein Leben integrieren und aufrechterhalten kannst.

Coach Michael