loading

Trotz Stress abnehmen: effektive Gewichtsabnahme ohne Überforderung

Abnehmen bei Stress – Massnahmen, die wirklich helfen

Viele Menschen versuchen dauerhaft abzunehmen – und scheitern nicht an zu wenig Diszipli, sondern weil Stress und Abnehmen nach völlig anderen Regeln funktionieren. Fast jeder ist betroffen: durch berufliche Verantwortung, mentale Daueranspannung, familiäre Verpflichtungen oder hohe eigene Ansprüche. Genau hier entsteht das Gefühl, dass Stress das Abnehmen verhindert, obwohl man sich bewusst ernährt und bewegt.

Die gute Nachricht: Stress macht Abnehmen nicht unmöglich. Aber er zwingt dich, anders vorzugehen. Wer versucht, Stress mit noch mehr Kontrolle, noch mehr Disziplin oder der nächsten Diät zu bekämpfen, verschärft das Problem oft unbewusst. Dieser Artikel zeigt dir, wie Stress und Abnehmen tatsächlich zusammenhängen – und vor allem, welche Massnahmen tatsächlich wirksam sind, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Spoiler: es ist einfacher, als du denkst.

 

1. Re-Cap: Gewichtszunahme bei Stress – warum?

Dieser Abschnitt fasst die zentralen Erkenntnisse aus dem vorherigen Blogartikel „Warum Stress das Abnehmen verhindert – Die wahren Ursachen“ zusammen. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du dort die ausführliche physiologische Erklärung.

Was Stress verursacht und warum fast jeder betroffen ist

Stress ist keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern der Normalzustand vieler Erwachsener. Er zeigt sich nicht nur als Hektik oder Überforderung, sondern häufig als unterschwellige Daueranspannung. Der Körper unterscheidet dabei nicht zwischen beruflichem Druck, emotionaler Belastung oder innerem Perfektionismus – biologisch reagiert er immer gleich.

So beeinflusst Stress das Abnehmen

Chronischer Stress aktiviert dauerhaft das Stresssystem. Stresshormone wie Cortisol verändern Stoffwechselprozesse, beeinflussen Blutzucker, Appetit, Fettverteilung und Regeneration. Genau deshalb berichten viele Menschen, dass sie einfach nicht abnehmen können, obwohl sie „alles richtig machen“ – ein klassisches Beispiel für stressbedingte Gewichtszunahme.

Heisshunger und Bauchfett als typische Stress-Symptome

Zwei der häufigsten Stressfolgen, die sich direkt im Essverhalten, Gewicht und der Körperform widerspiegeln, sind Heisshunger-Attacken und die Einlagerung von Fett im Bauchbereich.

Emotionales Essen oder Stressessen hilft dem Körper den inneren Druck zu regulieren und wird von vielen mit echtem Hungergefühl verwechselt. Das Ergebnis der unbewussten, übermässigen Nährstoffaufnahme: Gewichtszunahme. Das sogenannte Stressbauch-Phänomen entsteht nicht zufällig, sondern durch die besondere Empfindlichkeit viszeraler Fettzellen auf Stresshormone wie Cortisol – ein Zusammenhang, der im Detail im ersten Artikel erklärt wird.

Diät-Stress für den Körper vermeiden

Ein wesentlicher Punkt ist auch: Viele Menschen erzeugen beim Abnehmen zusätzlichen Stress – durch restriktive Diäten, Perfektionismus oder ein permanentes „Ich muss mich zusammenreissen“-Denken. Allerdings verschlechtert dieser Abnehmen-Stress für den Körper die hormonellen Voraussetzungen weiter und macht nachhaltigen Fettabbau umso schwieriger.

 

Was es stattdessen braucht, erfährst du im nachfolgenden Artikel.

2. Gewichtsabnahme bei, mit und trotz Stress – was wirklich hilft

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Stress da ist – sondern wie du mit ihm umgehst. Also kann man trotz Stress abnehmen? Die Antwort gibt es jetzt.

 

Klassische Methoden scheitern bei Stress

Viele der üblichen Empfehlungen zur Stressreduktion und Gewichtsabnahme wirken auf den ersten Blick sinnvoll: kurze Meditationen, Atemübungen, Journaling, Prioritäten setzen, „Nein sagen“, sanfte Bewegung, bessere Ernährung, weniger Alkohol und Koffein. In Studien zeigen solche Stress-Interventionen tatsächlich Verbesserungen – aber meist nur klein bis moderat, und für viele Betroffene fühlt sich das im echten Leben nicht „durchschlagend“ an.

 

Der Grund liegt selten in der Methode selbst, sondern in der Umsetzung:

Unter hoher Belastung fehlt es meist an mentaler Bandbreite all das Wissen umzusetzen. Wenn du von Termin zu Termin hetzt oder innerlich nicht zur Ruhe kommst, rutschen bewusste Ernährung, Training und Regeneration automatisch nach unten auf der Prioritätenliste. Genau dann werden selbst „gute“ Tipps zur zusätzlichen Bürde – und führen damit unwillkürlich zu neuem Stress.

Hinzu kommt: Viele Standardtipps adressieren vor allem deine Stressreaktion, nicht aber die strukturellen Stressoren dahinter – wie Arbeitsverdichtung, finanzielle Unsicherheit, Care-Verantwortung, Personalmangel, Konflikte usw. Diese sogenannten Mikro-Interventionen können dann zwar kurzfristig entlasten, reduzieren aber den Druck im System nicht. Entsprechend bleiben die Effekte begrenzt, solange dein Alltag unverändert überläuft.

Und es gibt noch eine zweite, oft übersehene Hürde: Manche Empfehlungen erzeugen subtilen Selbstoptimierungsdruck: „Positiv denken“, „achtsamer sein“, „besser atmen“ können – wenn es nicht wirkt – schnell in Scham kippen („Ich mache es wohl falsch“). Was weiteren Stress produziert, statt ihn zu senken.

Das ist wichtig zu verstehen, weil es die Ausgangsfrage direkt beantwortet: Ja, du kannst trotz Stress abnehmen – aber nicht, indem du einfach noch mehr Einzelmassnahmen addierst. Sobald du das Abnehmen im Stressmodus als Projekt „obendrauf“ setzt, wird es zur nächsten Belastung – und genau das bremst Stress und Gewichtsabnahme gegenseitig aus.

 

Effektive Massnahmen zur Gewichtsabnahme bei Stress

Sinnvolles Abnehmen bei Stress beginnt nicht mit einer Diät, sondern mit Regulation. Studien zeigen, dass Menschen mit höherer Ausgangsbelastung besonders dann profitieren, wenn Programme individuell angepasst sind und mehrere Ebenen gleichzeitig berücksichtigen: Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Alltagstruktur.

Wichtig ist dabei ein Perspektivwechsel:

Nicht „mehr machen“, sondern klüger steuern. Stress und Fettabbau stehen nicht in direktem Widerspruch – aber Stress entscheidet darüber, ob der Körper Energie freigibt oder speichert.

Als erfahrener Coach und Trainer steht die Anpassung der Gewichtsreduktion an den Lebensalltag bei mir absolut im Vordergrund. „Viel hilft nicht automatisch viel“ – sondern ein abgestimmtes, alltagsgerechtes Vorgehen, realistische Ziele und die Stärkung des Selbstwerts sind die Basis für deinen spürbaren und dauerhaften (Abnehm-)Erfolg.

Deshalb setze ich in meiner Arbeit auf 5 zentrale Kernpunkte, die Körper, Nervensystem und Selbstbild gleichermassen berücksichtigen – und genau dort ansetzen, wo Stress das Abnehmen blockiert:

 

Stabilisierung statt Restriktion in der Ernährung

Unter Stress braucht der Körper vor allem eines: Verlässlichkeit. Unregelmässige Mahlzeiten, Kalorienextreme oder starre Verbote verstärken die Stressreaktion und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Heisshunger und Kontrollverlust. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst wenig zu essen, sondern regelmässig, nährstoffreich und strukturiert.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass datenbasierte Unterstützung helfen kann, Druck aus dem Thema Ernährung zu nehmen. KI-basiertes Tracking oder moderne Ernährungstools ermöglichen es, Muster sichtbar zu machen, ohne ständig zu bewerten oder zu kontrollieren. Wichtig: Es ist kein Zwangsinstrument, sondern eine Orientierungshilfe: Was stabilisiert deinen Blutzucker? Wo entstehen Energietiefs? Welche Mahlzeiten halten dich wirklich satt?

Auch die Makronährstoffverteilung spielt eine Rolle. Eine ausgewogene Kombination aus ausreichend Protein, komplexen Kohlenhydraten und gesunden Fetten unterstützt Sättigung, Muskelhalt und hormonelle Stabilität. Ziel ist keine „perfekte Ratio“, sondern ein Verhältnis, das deinen Alltag, dein Stressniveau und dein Training berücksichtigt. Je stabiler Blutzucker und Verdauung arbeiten, desto ruhiger wird auch das Stresssystem – eine Grundvoraussetzung dafür, dass der Körper überhaupt Fett freigibt.

 

Bewegung als Regulationswerkzeug – nicht als Bestrafung

Bewegung unterstützt das Abnehmen bei Stress nur dann, wenn sie regulierend wirkt. Zu häufiges oder zu intensives Training kann das Stressniveau weiter erhöhen. Der Fokus liegt deshalb klar auf Krafttraining mit moderaten bis schweren Gewichten, kombiniert mit ausreichender Erholung.

Konkret bedeutet das:
Klassiche Grundübungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Kreuzheben, Rudern oder Drückbewegungen bilden das Fundament. Sie beanspruchen grosse Muskelgruppen, fördern hormonelle Anpassungen und stabilisieren den Stoffwechsel. Pro Übung sind 2–3 Sätze mit 6–12 Wiederholungen sinnvoll. Das Gewicht sollte fordernd sein, ohne technische Qualität zu verlieren.

Das Training schützt Muskelmasse, verbessert die Insulinsensitivität und signalisiert dem Körper Stabilität – statt zusätzlichen Alarm. Ergänzt durch moderate Alltagsbewegung wirkt Krafttraining nicht als Stressor, sondern als Ventil, das Spannung abbaut und gleichzeitig die Grundlage für nachhaltigen Fettabbau schafft.

Aktive Stresskompetenz statt passiver Entspannung

Stress verschwindet nicht einfach durch „mehr Entspannung“, sondern durch die Fähigkeit, Belastung frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Dazu gehören klare Pausen, die du auch einhältst; bewusste Atemregulation, sowie mentale Strategien im Umgang mit Druck, Erwartungen und inneren Antreibern. Auch das bewusste „Nein“ sagen, Priorisieren und Delegieren sind wesentliche Hebel in deinem effektiven Stressmanagement.
Je besser du deinen Stress (vorbeugend) regulierst, desto weniger muss dein Körper über Hunger, Fettansammlung oder Erschöpfung kompensieren.

Schlaf und Regeneration als strategische Stellschrauben

Schlaf ist kein Luxus, sondern ein wesentliches Element für hormonelle Balance. Unter chronischem Schlafmangel bleibt der Körper im Stressmodus – unabhängig davon, wie „sauber“ Ernährung oder Training sind. Schon kleine Verbesserungen in Schlafdauer und -qualität wirken sich messbar auf Hungerregulation, Stressresistenz und Fettverteilung aus.

Lerne zudem auf deinen Körper zu hören: chronische Schmerzen, ständige Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Leistungseinbruch sind eindeutige Warnsignale, die dringend eine Pause verlangen. Merke: Plane Pausen fest im Kalender ein. Sie sind unverhandelbar und ähnlich wichtig, wie ein Meeting mit dem Chef. Vielleicht nennst du sie auch so?!

 

Selbstbild und innere Haltung als Fundament

Nachhaltiges Abnehmen scheitert selten am Wissen – sondern am inneren Umgang mit sich selbst. Perfektionismus, Selbstkritik und das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen, halten das Stresssystem aktiv.
Erst wenn Abnehmen nicht mehr als Beweis der eigenen Disziplin dient, sondern als Ausdruck von Selbstfürsorge, entsteht die innere Sicherheit, die echte Veränderung möglich macht.

Alle Punkten bilden eine Einheit, die dir – angepasst an deine individuelle Situation – bestmögliche Unterstützung für mehr Energie, Wohlbefinden und Zufriedenheit in deinem Leben bieten.

Abnehmen im Alltagsstress

Falls du denkst: „Klingt gut – aber wie soll ich das denn in meinem vollen Alltag umsetzen?“ – dann bist du damit nicht allein. Die gute Nachricht: Auch im stressigen Alltag ist Veränderung möglich. Studien zeigen, dass selbst kleine, konsequent umgesetzte Anpassungen Wirkung zeigen können – vorausgesetzt, sie passen zur Lebensrealität.

Hier ein paar Beispiele, die in jeden, noch so vollen Terminkalender passen:

Ablenkungsfrei essen: Wenn du ohne Smartphone und bewusst langsamer isst, hilft das nicht nur deiner Verdauung, sondern kann auch Sättigung und Snack-Impulse positiv beeinflussen – ohne dass du „weniger essen“ musst. Gleichzeitig kann dein Gehirn auch mal aktiv abschalten.

Bessere Snack-Optionen statt Verbot: Wenn Stressessen ein Muster ist, hilft es oft mehr, die Umgebung zu steuern als die Willenskraft zu überfordern: bereite gesunde Alternativen vor, und nimm sie dir für unterwegs mit, damit der spontane Heisshunger dich nicht „überrollt“.

Alltagsbewegung nutzen: Treppen statt Lift, Wege zu Fuss, Einkaufen mit dem Fahrrad – nicht als Fitness-Projekt, sondern als Entladung der Stressenergie. Das normalisiert dein Stresssystem und ist weniger anfällig für „ich habe keine Zeit für Sport“.

Bewusst atmen (Bauch-/Zwerchfellatmung): 6–10 Atemzüge pro Minute, mehrmals am Tag – in Pausen, beim Warten, vor dem Schlafen. Ist keine Wellness-Floskel, sondern ein konkretes Werkzeug, um dein Nervensystem wieder herunterzufahren.

Koffein bewusst dosieren: Nicht verteufeln, aber ehrlich sein: zu viele Tassen über den Tag pushen künstlich, während der Körper eigentlich Müdigkeit signalisiert – und genau das kann das System langfristig weiter aus dem Gleichgewicht bringen. Hast du schon mal grünen Tee oder Matcha probiert?

Abnehmen im Alltagsstress ist machbar: nicht durch Perfektion, sondern durch kluge Vereinfachung. – weil du ein System baust, das in deine echten Woche funktioniert, nicht nur in einer idealen Version davon.

 

 

3. Abnehmen durch Entspannung und Bewegung

Stressreduktion bedeutet nicht, alles langsamer oder „sanfter“ zu machen. Sie bedeutet, dem Nervensystem wieder Sicherheit zu vermitteln. Genau diese Sicherheit geht beim Abnehmen jedoch oft verloren, wenn Strenge, Perfektionismus und zu starke Kalorienrestriktion dominieren. Denn sie erzeugen messbaren Diät-Stress, senken langfristig den Grundumsatz und erhöhen das Risiko für Muskelabbau und Jojo-Effekte.

Studien, wie die ARIADNE-Studie, zeigen dagegen, dass flexible, alltagsnahe Strategien nachhaltiger wirken und die psychische Stabilität verbessern. Entscheidend ist nicht maximale Disziplin, sondern ein Vorgehen, das dem Körper Signal gibt: Du musst nicht im Alarmmodus bleiben.

 

Warum Entspannung ein Abnehm-Booster ist

Entspannung wirkt beim Abnehmen nicht deshalb, weil sie Kalorien verbrennt, sondern weil sie das Nervensystem aus dem Alarmmodus holt. Erst wenn der Körper wieder Sicherheit wahrnimmt, verändern sich die biologischen Rahmenbedingungen, die für Gewichtsregulation entscheidend sind. Studien zeigen, dass gezielte Entspannung mehrere zentrale Prozesse positiv beeinflusst:

Senkung der Stresshormonaktivität

Ein reguliertes Nervensystem reduziert die Dauer erhöhter Cortisolspiegel – eine Grundvoraussetzung für Fettfreigabe statt Energiespeicherung.

Verbesserung der Insulinsensitivität

Entspannung stabilisiert den Blutzucker und erleichtert den Fettabbau, insbesondere im Bauchbereich. Zudem folgt ein konstanter Energiefluss, weniger „Schwächephasen“ und bessere Trainingsergebnisse.

Unterstützung der Darm-Hirn-Achse

Verdauung, Nährstoffaufnahme und Sättigungssignale funktionieren verlässlicher, was Heisshunger reduziert und Stressbauch-Symptome reduziert.

Verbesserte Schlafqualität und Regeneration

Tieferer Schlaf senkt Stressreaktionen, reguliert Hungerhormone und unterstützt die metabolische Erholung.

Verbessertes Entscheidungsverhalten im Gehirn

Entspannung fördert die Aktivität präfrontaler Hirnareale, die für Impulskontrolle, Planung und bewusste Entscheidungen zuständig sind – Essen und andere Aktivitäten werden weniger reaktiv und emotional gesteuert.

Linderung chronischer Entzündungsherde

Ein reguliertes Stresssystem reduziert laut neuerer Forschung Entzündungsmarker wie CRP und Interleukin-6. „Silent inflammations“ (niedriggradige Entzündungen) sind bremsende Faktoren beim Abnehmen, da sie mit Insulinresistenz, Bauchfett und metabolischer Dysregulation assoziiert sind.

Stabilisierung des sozialen und emotionalen Gefüges

Weniger Stress verbessert emotionale Regulation, Beziehungsgestaltung und soziale Interaktion – Faktoren, die indirekt Essverhalten, Routinen und Selbstfürsorge beeinflussen.

 

Wichtig:

Entspannung ist kein Allheilmittel. Ihre eigentliche Stärke liegt darin, andere Massnahmen erst wirksam zu machen. Bewegung wirkt nur regulierend, wenn sie kein zusätzlicher Stressor ist. Ernährung stabilisiert nur, wenn sie nicht zu innerem Druck führt. Präventives Stressmanagment funktioniert nur, wenn auch Raum für echte Entspannung vorhanden ist.

Entspannung ist deshalb kein Ersatz, sondern ein Verstärker: sie schafft die innere Voraussetzung, damit Training, Ernährung und Struktur greifen können.

 

 

Bewegung reduziert Stress und reguliert Gewicht

Bewegung baut Stress nicht einfach „ab“, weil man sich danach besser fühlt, sondern weil sie direkt in die Stressregulation des Nervensystems eingreift. Entscheidend ist dabei nicht möglichst viel Bewegung, sondern die richtige Form, Intensität und Einbettung in den Alltag.

Besonders wirksam ist eine Kombination aus:

  • regelmässiger Alltagsbewegung,
  • gezieltem Krafttraining,
  • ausreichend Erholung zwischen Belastungen.

Krafttraining spielt dabei eine Schlüsselrolle: Es stabilisiert den Stoffwechsel, schützt vor Muskelabbau und stärkt das Selbstwirksamkeitserleben – ein oft unterschätzter Faktor für nachhaltigen Fettabbau, gerade bei Menschen über 40.

Auf neurobiologischer Ebene wirkt Bewegung wie ein Ventil: Stress aktiviert das sympathische Nervensystem und bereitet den Körper auf Aktion vor. Bleibt diese Aktivierung ohne körperliche Entladung bestehen – etwa durch langes Sitzen, mentale Belastung oder Daueranspannung – staut sich Stressenergie im System. Gezielte Bewegung ermöglicht genau diese Entladung. Adrenalin und Noradrenalin werden abgebaut, das Nervensystem kann anschliessend in einen ruhigeren, parasympathischen Zustand wechseln.

Bewegung ist deshalb essenziell, weil sie mehrere stressrelevante Prozesse gleichzeitig beeinflusst:

Regulation der Stresshormone

Durch körperliche Aktivität wird Cortisol kurzfristig genutzt und anschliessend schneller abgebaut. Bei regelmässiger Bewegung reagiert das Stresssystem insgesamt stabiler und weniger überschiessend.

Verbesserung der Insulinsensitivität
Bewegung erhöht die Glukoseaufnahme in die Muskulatur unabhängig von Insulin. Das entlastet den Blutzuckerhaushalt und reduziert einen zentralen Stressfaktor für den Stoffwechsel.

Stärkung des autonomen Nervensystems
Regelmässige Bewegung verbessert die Anpassungsfähigkeit zwischen Anspannung und Entspannung – eine Fähigkeit, die bei chronischem Stress oft verloren geht.

Reduktion von Entzündungsprozessen
Moderate Bewegung wirkt entzündungshemmend und unterstützt die metabolische Gesundheit – ein wichtiger Faktor bei stressbedingter Gewichtszunahme.

Psychologische Entlastung
Bewegung verbessert die Selbstwirksamkeit. Das Gefühl, aktiv Einfluss nehmen zu können, reduziert Hilflosigkeit und inneren Druck – zwei starke Stressverstärker.

 

Bewegung wirkt also nicht primär über den Kalorienverbrauch, sondern über Regulation. Sie hilft dem Körper, aus dem dauerhaften Alarmzustand auszusteigen und wieder Energie freizugeben. Genau deshalb sollte Bewegung unter Stress kein zusätzliches „To-do“ sein, sondern ein biologisch notwendiger Ausgleich.

Deshalb gilt: Wenn Erschöpfung, Schlafprobleme oder anhaltende Muskelmüdigkeit zunehmen, kippt der Effekt ins Gegenteil. Nachhaltig wirksam ist Bewegung dann, wenn sie fordert, aber nicht überfordert – und regelmässig in einen strukturierten Alltag eingebettet ist.

Damit wird klar: Bewegung ist kein optionaler Zusatz beim Abnehmen unter Stress. Sie ist ein zentrales Werkzeug, um Stressphysiologie, Stoffwechsel und Selbstregulation wieder in Einklang zu bringen.

 

 

Fazit: Abnehmen unter Stress braucht Strategie – nicht Härte

Abnehmen unter Stress scheitert selten am Wissen, sondern daran, dass Körper und Nervensystem im falschen Modus arbeiten. Dieser Artikel hat gezeigt: Nachhaltige Gewichtsregulation entsteht nicht durch Härte, sondern durch gezielte Steuerung. Entspannung, Bewegung, Ernährung und Struktur wirken nicht isoliert – sie greifen nur dann, wenn sie aufeinander abgestimmt sind und dem Körper Sicherheit vermitteln.

Entscheidend ist der Perspektivwechsel: Nicht „mehr tun“, sondern klüger führen. Wer lernt, Stress nicht weiter zu verstärken, sondern aktiv zu regulieren, schafft die biologischen Voraussetzungen dafür, dass Fettabbau überhaupt möglich wird – selbst in einem vollen, anspruchsvollen Alltag.

Wenn du das Gefühl hast, dass du vieles richtig machst, dein Körper aber nicht mitzieht, lohnt sich ein individueller Blick. In einem Discovery Call klären wir, welche Stressfaktoren bei dir aktuell wirken und welche Stellschrauben realistisch und wirksam sind. Kein Standardplan, keine Diät – sondern ein klarer, alltagstauglicher Ansatz, der zu dir und deinem Leben passt.

 

 

 

 

 

Quellenverzeichnis

[1] Springer Medizin, Stress verstehen, https://www.springermedizin.de/stress-verstehen/26316740, Abruf: 17.11.2025

[2] Stiftung Gesundheitswissen, Was ist Stress? https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/psychische-gesundheit/stress Abruf: 10.11.2025

[3] gesund.bund.de, Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche, https://gesund.bund.de/stress , Abruf: 24.11.2025

[4] Healthline, Stress and Weight Loss: What’s the Connection?, https://www.healthline.com/health/stress/stress-weight-loss , Abruf: 10.11.2025

[5] Harvard Health Publishing, Why Stress causes people to overeat, 15. Februar 2021, https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/why-stress-causes-people-to-overeat , Abruf: 10.11.2025

[6] J. Kandiah, M. Yake, J. Jones, und M. Meyer, „Stress influences appetite and comfort food preferences in college women“, Nutr. Res., Bd. 26, Nr. 3, S. 118–123, März 2006, doi: 10.1016/j.nutres.2005.11.010

[7] Munich Strength Insititute, Die Rolle von Cortisol bei der Fettverteilung: Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Bedeutung der Körperfettmessung, https://munich-strength-institute.de/ernahrung/die-rolle-von-cortisol-bei-der-fettverteilung-wissenschaftliche-erkenntnisse-und-die-bedeutung-der-korperfettmessung/ , 10.11.2025

[8] Max-Planck-Gesellschaft, Wie die Psyche die Darmgesundheit beeinflusst, https://www.mpg.de/23467462/0917-wie-die-psyche-die-darmgesundheit-beeinflusst-152035-x , Abruf: 10.11.2025

[9] Klinik Friedweiler, Der Zusammenhang zwischen Angststörungen und Verdauungsproblemen, https://www.klinik-friedenweiler.de/blog/angststoerungen-verdauungsprobleme/ Abruf: 10.11.2025

[10] Dauer-Stress gefährdet Hormongleichgewicht – Erholung oft langwierig, https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/dauerstress-hormongleichgewicht.php, Abruf: 10.11.2025

[11] Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Wie unsere Emotionen beeinflussen, was wir essen, https://www.bips-institut.de/medien/presse/einzelansicht/wie-unsere-emotionen-beeinflussen-was-wir-essen.html, Abruf: 17.11.2025

[12] J. Ohrnberger, E. Fichera, und M. Sutton, „The relationship between physical and mental health: A mediation analysis“, Soc. Sci. Med., Bd. 195, S. 42–49, Dez. 2017, doi: 10.1016/j.socscimed.2017.11.008

[13] pta heute, Warum Stress eine Gewichtszunahme fördert, https://www.ptaheute.de/aktuelles/2023/04/28/warum-stress-eine-gewichtszunahme-fordert , Abruf: 10.11.2025

[14] pta heute, Warum Stress eine Gewichtszunahme fördert, https://www.ptaheute.de/aktuelles/2023/04/28/warum-stress-eine-gewichtszunahme-fordert , Abruf: 10.11.2025

[15] Y. Amanvermez, M. Rahmadiana, E. Karyotaki, L. de Wit, D.D. Ebert, R.C. Kessler, P. Cuijpers, “Stress management interventions for college students: A systematic review and meta-analysis”, Tilburg University, https://research.tilburguniversity.edu/en/publications/stress-management-interventions-for-college-students-a-systematic/, Abruf: 15.12.2025

[16] G.Cameron, M. Mulvenna et. Al. „Effectiveness of Digital Mental Health Interventions in the Workplace: Umbrella Review of Systematic Reviews“, https://mental.jmir.org/2025/1/e67785 , Abruf: 15.12.2025

[17] S. A. Kriakous, K. A. Elliott, C. Lamers, R. Owen, “The Effectiveness of Mindfulness-Based Stress Reduction on the Psychological Functioning of Healthcare Professionals: a Systematic Review”, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7511255/ , Abruf: 15.12.25

[18] I. Buric, L. Žderić, P. Koch, C. de Bruin, “Mindfulness-Based Integrative Programme: The effectiveness, acceptability, and predictors of responses to a novel low-dose mindfulness-based intervention”], https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165032724020652, Abruf: 15.12.2025

[19] O. Rogerson, S. Wilding, A. Prudenzi, D. B. O’Connor, “Effectiveness of stress management interventions to change cortisol levels: a systematic review and meta-analysis”, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306453023003931, Abruf: 15.12.2025

[20] Oviva, Kann man trotz Stress abnehmen?, https://oviva.com/de/de/abnehmen-trotz-stress/#kann-man-trotz-stress-abnehmen, Zugriff: 10.11.2025

[21] Lass gut sein! Vom übertriebenen Perfektionismus zum gesunden Anspruch, https://www.strussundclaussen.de/karriere-blog/beitraege/lass-gut-sein-vom-uebertriebenen-perfektionismus-zum-gesunden-anspruch/, Abruf: 17.11.2025

[22] Universität Ulm, Speck durch Stress? Stresshormone begünstigen Diabetes und Übergewicht, https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/speck-durch-stress-stresshormone-beguenstigen-diabetes-und-uebergewicht/, Abruf: 17.11.2025

[23] Ernährungsumschau, Ernährungsverhalten: Wie Impulsivität und Wohlbefinden das Essen beeinflussen, https://www.ernaehrungs-umschau.de/news/06-02-2024-ernaehrungsverhalten-wie-impulsivitaet-und-wohlbefinden-das-essen-beeinflussen/, Abruf: 17.11.2025

[24] Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Wie unsere Emotionen beeinflussen, was wir essen, https://www.bips-institut.de/medien/presse/einzelansicht/wie-unsere-emotionen-beeinflussen-was-wir-essen.html, Abruf: 17.11.2025

[25] Mayo Clinic, Exercise and stress: Get moving to manage stress , http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/stress-management/in-depth/exercise-and-stress/art-20044469  Zugriff: 10.11.2025

[26] S. Biddle, „Physical activity and mental health: evidence is growing“, World Psychiatry, Bd. 15, Nr. 2, S. 176–177, Juni 2016, doi: 10.1002/wps.2033

[27] J. Fuss u. a., „A runner’s high depends on cannabinoid receptors in mice“, Proc. Natl. Acad. Sci., Bd. 112, Nr. 42, S. 13105–13108, Okt. 2015, doi: 10.1073/pnas.151499611

[28] The Balance Rehab Clinic, Was ist Perfektionismus, https://balancerehabclinic.de/was-ist-perfektionismus/, Abruf 17.11.2025

 

 

 

 

Michael Bachmann

Personal Trainer & Coach für vielbeschäftigte Frauen Ü40 mit Herz

Seit über einem Jahrzehnt hilft Michael Frauen dabei, die Kontrolle über ihre Gesundheit zurückzugewinnen – ohne Verzicht, ohne stundenlange Workouts, aber mit einem klaren, bewährten Konzept.

Über mich