loading

Werde jetzt dein eigener Held…

Warum schreibe ich ausgerechnet einen Blog über meine eigene Transformation? Es liegt auf der Hand: weil ich als Personal Trainer und Mensch ein Vorbild sein möchte – und zwar in erster Linie für mich selber. Wenn du dich selber als Vorbild siehst, wirst du auch andere inspirieren und begeistern können und zwar automatisch. Ich beziehe mich hier nicht nur auf die ästhetische Betrachtungsweise, sondern ebenso auf die geistige. Denn dieser Aspekt geht bei vielen Menschen heutzutage leider oft verloren. Vieles wird auf der Oberfläche behandelt, jedoch nicht in der Tiefe in Angriff genommen. So frei nach dem Motto: Symptombekämpfung aber nicht der Ursache auf den Grund gehen. Wir suchen nach Fast Fixes, doch das funktioniert in den meisten Fällen nur kurzfristig, aber niemals mittel- und längerfristig. Wir sollten uns die Zeit für uns selber nehmen, wenn wir uns entsprechend wichtig sind bzw. unserer Gesundheit und einer entsprechenden Veränderung Beachtung schenken möchten. Und so hat auch meine (Körper)Transformation ihren Ursprung in der Psyche. Über die Jahre war ich mir dessen nicht bewusst, doch das Unterbewusstsein übt den grössten Teil der Macht über dein Denken und Handeln aus. Wie immer: Mindset is everything und wer daran nicht konstant arbeitet, der wird ebenso daran scheitern. Du kannst mit dem bester Genetik und dem besten Wissen ausgestattet sein, doch wenn du deine Hauptschaltzentrale nicht in den Griff bekommst, wird es auch dann nichts mit Fortschritt.
Dieser Blog soll dich inspirieren, dein Denken und Handeln immer zu hinterfragen, nie aufzugeben und mit viel Wille und Hingabe deine persönlichen Ziele zu verfolgen. Das kann auf jegliche Bereiche im Leben übertragen werden. Anhand meines Beispiels war es der Aufbau von Körpergewicht/Muskulatur und der Stärkung meines mentalen Daseins. Ich war so dünn, dass ich mich in meiner Haut nicht mehr wohl fühlte, jedoch kam der Druck hauptsächlich von Aussen. Ich wollte den „anderen“ gefallen. Und wie so oft ist es nicht das Äussere, das dich im Endeffekt glücklich(er) macht, sondern wie du dich von Innen nach Aussen betrachtest. Es ist immer eine Frage der subjektiven Vorstellung deines Selbstbildes.

Wie alles begann…

Als ich mit 18 Jahren zum ersten Mal ein Gym betritt (es war übrigens das alte David Gym in Zürich Albisrieden), war meine Mission klar: ich muss und will endlich an Muskulatur zulegen. Warum war klar. Ausgestattet mit einer nicht vorteilhaften Genetik, was Muskelaufbau anbelangt, war ich der tiefen Überzeugung, dass Krafttraining alles ändern würde. Und so sollte es denn auch sein…

Seit meiner Kindheit war ich immer schon ausgesprochen dünn. So dünn, dass ich mich hinter jedem Baum verstecken konnte ohne, dass andere Kinder mich beim Versteckspielen sehen konnten lol… Ja, es war echt eine Katastrophe, doch an all dem war nicht nur meine Genetik Schuld, sondern auch mein enormer Drang, mich ständig bewegen zu wollen – und das den ganzen Tag bis spät in den Abend hinein. Nebenbei ernährte ich mich auch noch wie ein Vögelchen. Mir fielen so ziemlich alle Ballsportarten (naja, Golfen lassen wir mal ausser Acht:-) enorm leicht: Fussball, Basketball, Volleyball, Tennis, Tischtennis…Hier hatte ich definitiv ein Talent in die Wiege gelegt bekommen, welches es mir erlaubte, immer bei den allerbesten der Schule mit dabei zu sein. Ich war zwar ein „Dünner“ – doch mit ausgeprägten polysportiven Fähigkeiten. Sei es, wenn in der Schule der von vielen Schülern verhasste „Sporttag“  stattfand, beim Turnen, im Alltag und an diversen Sport-Turnieren – ich konnte meine Fähigkeiten immer hervorragend unter Beweis stellen. Wie es so ist im Leben: man liebt das, worin man gut ist.

All dies änderte aber nichts an der Tatsache, dass Kinder/Teenager sehr gemein sein können und so wurde ich immer wieder auf mein dünnes Dasein angesprochen oder gehänselt – genau gleich wie es den dicken Kindern ebenfalls ergangen ist. Und solche Momente prägen einem doch ziemlich lange. Menschen sind sich dessen oft nicht bewusst, welche Konsequenzen verletzende Äusserungen haben können. Insbesondere Kinder wissen sich dabei nicht zu schützen. Solche Ereignisse sind denn auch oft mit Traumas verbunden, tief in der Seele verankert und holen einem im Verlaufe seines Lebens immer wieder ein. So lange, bis man endlich daran „arbeitet“ und diese Traumas überwindet und somit zu einer stärkeren Version seiner selbst wird.

Als ich mit 18 Jahren zum ersten Mal Gewichte bewegte, war mir klar, dass dies ein neuer sportlicher Weg in meinem Leben darstellen sollte. Anfangs trainierte ich alleine und die Fortschritte waren gering, denn ich wusste weder, dass Ernährung das A und O sein würde, noch hatte ich sonst irgendwie Ahnung, was ich da genau vor hatte. Ich tat es wie viele Jugendliche/Trainierende heutzutage, so nach dem Motto: Hauptsache man bewegt sich mal. Ein bis zwei Jahre trainierte ich also mehr oder weniger mit geringem Erfolg. Dann änderte sich etwas schlagartig: Einer meiner besten Freunde begann gemeinsam mit mir zu trainieren. Seine Mission war dieselbe: 1.85 m gross und ca. 70 kg schwer. Da musste sich auch etwas ändern. Bei mir sahen die Anfangswerte nicht besser aus: 1.73 m gross bei ca. 50 kg. Ich kann mich noch gut an eine Aussage eines Personal Trainers im David Gym erinnern. Er nannte uns frech die beiden „Hungertürme“. Recht hatte er! Und solche Äusserungen können manchmal eben auch motivieren. In meinem Fall hat es mich mein Leben lang motiviert und angespornt, wenn ich unterschätzt wurde. Menschen neigen zu schnell – und zwar generell – aufgrund des Äusseren zu voreiligen Schlüssen. Das ist einer der grössten Trugschlüsse des menschlichen Daseins. Genauso wie wenn Bruce Lee vor dir gestanden hätte und du ihn nicht erkannt hättest: ich bin mir sicher, du hättest ihn aufgrund seiner Körpergrösse und geringem Körpergewicht als leichten Gegner in einem Strassenkampf eingeschätzt. Genauso falsch ist es, jemanden nur nach seiner Muskulatur in Bezug auf sein Wissen zu Muskelaufbau zu beurteilen. Die Grösse seines Bizeps sagt nichts darüber aus.

Und so nahmen wir unsere Mission in Angriff. Knapp zwei Jahre später hatten wir uns beide Muskeln antrainiert. Bei meinem Trainingspartner hat sich dabei jedoch deutlich weniger Körperfett angehäuft, dies obwohl wir praktisch dasselbe assen. Er war mit ca. 85 Kg ziemlich lean (wenig Körperfett), während ich bei 78 Kg Maximalgewicht landete – jedoch mit einem angewachsenen Bäuchlein. Das wiederum zeigt, dass Kohlenhydrate nicht für jedermann in der gleichen Menge geeignet sind, denn davon assen wir beide reichlich. Da ich damals keine Ahnung von Insulinsensitivität etc. hatte, habe ich einfach fleissig weitertrainiert und mehr oder weniger weitergefuttert – jedoch in geringeren Mengen. Danach folgten vier Jahr Studium. Mein Gewicht blieb bei konstanten 70 Kg, jedoch immer noch mit einem kleinen Bauch versehen. Nach meinem Studium nahm ich also mein Bäuchlein in Angriff und verfolgte die Methode: Cardio on empty stomach.  Das war damals der Fatloss Tipp schlechthin. Zwei Monate später war ich unter 65 Kg angekommen und hatte Panik davor, wieder zu einem Lauch zu mutieren. Ich verlor dabei auch einiges an Muskelmasse, was für mich ein Schock war.  Und so nahm ich wieder zu und mein Gewicht pendelte sich über die Jahre bei ca. 70 Kg ein.

Operation unter 10% Körperfett

Das klingt alles irgendwie machbar, vor allem aus Sicht eines Personal Trainers, doch ganz so einfach ist die Sache eben doch nicht. Aus einer Diskussion mit einem Trainerkollegen stellte sich heraus, dass offenbar die exakte Ernährung,  eiserner Wille und Disziplin immer zum Erfolg führen und dass es jeder auf 10% Körperfett schaffen könne. (Anmerkung: 10% Körperfett bei Männern entspricht ca. 16% Körperfett bei Frauen) Klar, wenn du dich wirklich runterhungerst und entsprechendes Cardio/Krafttraining betreibst, geht das ohne Zweifel. Doch wer möchte schon (in meiner Lage) noch weiter Muskelmasse verlieren, um auf unter 10% Körperfett zu gelangen? Also hiess meine Mission Muskelaufbau bei gleichzeitigem Fettabbau. Dies ist ein heiss umstrittenes Thema und wird in vielen Kreisen als unmöglich dargestellt. In der Tat stellt dies eine doch sehr grosse Herausforderung dar. Denn es müssen viele Faktoren stimmen, dass so etwas ohne zusätzliche synthetische Chemie möglich ist: Genetik, Darmgesundheit, unendlicher Wille/Disziplin/Mindset, on Point Ernährung/Supplementierung, Stresslelevels/optimale Regeneration/Schlaf sind nur einige von vielen Faktoren. Doch nichts ist in der Tat unmöglich. Diesen Leitsatz möchte ich allen da draussen mit auf den Weg geben.

Als ich 2015 mit rund 17,8% Körperfett diese Mission in Angriff nahm, war mir wieder mal nicht bewusst, auf was ich mich da genau einlasse. Und so startete ich mit super Low Carb (Zero Carbs!) über zwei bis drei Monate. Der Fortschritt war gering, ich konnte dennoch leicht Muskelmasse aufbauen. Die Ernährungsumstellung war eine grosse Herausforderung. Für jemanden, der sich oft von vielen stärkehaltigen Kohlenhydraten ernährt hat, war dies eine krasse Umstellung. Nicht so für meinen Körper bzw. meinen Darm – denn dieser konnte sich mit dieser Ernährungsumstellung und einer massgeschneiderten Supplementierung vom Zuckerüberschuss erholen. Ich muss dazu sagen, dass mein Darm seit meiner Jugend meine Schwachstelle war. Ich hatte oft Blähungen, Völlegefühl, etc. Die Ärzte nannten es ganz einfach „Reizdarmsyndrom“, was so viel heisst: sie hatten keine Ahnung.
So viel zur Thematik und wie wichtig dein Darm für deinen Fortschritt ist. Und darüber hinaus noch viel mehr: wenn dein Darm nicht so funktioniert wie er soll, laufen viele Prozesse in deinem Körper nicht optimal. Allem voran dein Immunsystem. Mit ca. 80% Anteil hat der Darm einen entscheidenden Einfluss auf dein Immunsystem. Und bei wem das Immunsystem nicht top ist, bei dem läuft auch nur wenig im Bereich Muskelaufbau. Es gibt haufenweise Argumente, warum dein Darm zuerst optimal funktionieren soll, bevor man überhaupt an weitere Schritte denkt.
Mein Darm läuft mittlerweile um ein Vielfaches besser als noch 2015. Mittlerweile esse ich auch wieder Kohlenhydrate und vertrage sie auch wieder – sofern ich es nicht übertreibe. Ich höre dabei auf mein Körpergefühl und versuche mich nur noch darauf zu verlassen. Ich höre auf die Signale, die mir mein Körper gibt und das sollte jeder versuchen. Doch die Operation unter 10% bleibt immer noch auf der To Do Liste. Und Jetzt Stand Oktober 2018 habe ich mir aufgrund verschiedener „Baustellen“ in meiner Gesundheit (erhöhte Glukosewerte, schlechte Insulinwerte, erhöhte Leberwerte, etc.) neue Ziele gesteckt. Ich experimentiere wieder an mir aus, damit ich dadurch wieder einen weiteren Schritt in Richtung meiner besten Version gelange. Das Jahr 2018 war geprägt von vielen Rückschlägen gesundheitlicher Art, die ich vorher in meinem Leben nicht kannte. So litt ich im Frühling 2018 an unerträglichen Rückenschmerzen, danach kamen Schmerzen in der Leiste und dann im Knie. Meine linke Schulter hatte ich aus vielen Rehaphasen über die Jahre in den Griff gekriegt und mittlerweile bin ich praktisch Schmerzfrei. Ich bin jedoch dankbar über all diese Erfahrungen, denn diese Erfahrungen helfen meinen Kunden weiter, wenn es darum geht, Plateaus und Schmerzen zu überwinden. In einigen Weiterbildungen dieses Jahr habe ich mich auch darauf konzentriert und spezialisiert und kann nun mit gutem Gewissen sagen: ich weiss, wie es sich anfühlt und ich kann dir helfen, deine Schmerzen zu überwinden, stärker und fitter zu werden. Durch meinen riesigen Fundus an Erfahrung in Theorie & Praxis, aber ebenso dadurch, dass ich viel mit meinem eigenen Körper durchgemacht und überwunden habe, angefangen bei einer schlechten Genetik, was Muskelaufbau betrifft (habe so endlos viele Sachen ausprobiert), über meinen Reizdarm bis hin zu diversen Schmerzen (Rücken, Schultern, Knie, etc.), bin ich bestens gewappnet, meine Kunden auf ihr nächstes Level anzuheben.

Ich bin nun auf bestem Wege, mich ebenfalls auf das nächste Level zu heben und kann mich auf meine Gesundheit voll und ganz konzentrieren und das von mir gesteckte Ziel „Operation 10%“ wieder in Angriff nehmen.

Und wie es Bruce Lee einmal gesagt hatte: “ If you always put limit on everything you do, physical or anything else. It will spread into your work and into your life. There are no limits. There are only plateaus, and you must not stay there, you must go beyond them“.

„Progress is the key to happiness“, Tony Robbins.