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3 Gründe, warum du einen Coach brauchst

(Geschrieben von meinem Trainerkollegen, Philip Schmieder, www.schmiedertrainer.de)

Manch einer mag denken: wozu brauche ich denn einen Personal Trainer/ Strength Coach? So schwierig ist das mit den Hantelübungen jetzt ja nicht und es gibt ja etliche Anleitungen, Videos und Programme gratis im Internet. Das ist doch nur was für Hollywoodstars oder Millionäre.

Das ist etwa so, wie wenn ich mir autodidaktisch das Golfspielen oder das Boxen beibringen möchte. Kann funktionieren, wird aber in den allermeisten Fällen nicht funktionieren. Es werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sogar Bewegungsfehler eingebaut, die später schwer wieder zu korrigieren sind. Und ausserdem ist Personal Training, vor allem an der langen Leine durch ein B&A Programm etwa, längst nicht so kostspielig wie manche denken. 2 Jahre Gym Mitgliedschaft als Karteileiche inkl. Anmeldegebühr usw. kosten oft mehr.

Drei weitere Gründe für einen Trainer sind folgende:

1. Der Blick von aussen – auf deine Technik, dein Bewegungstempo im Training, deinen Lifestyle und deinen Körper. Optimaler Weise in Verbindung mit einer Messmethode, wie z.B. die Hautfaltenmessung, mit der man den Körperfettanteil objektiv bestimmen kann. Der eigene Blick in den Spiegel hilft oft nicht viel. Besonders was Technik angeht, ist wiederholtes Feedback von aussen entscheidend für die Verbesserung derselben. Viele grossartige Sportler haben Trainer, jeder Präsident hat Berater, grosse Firmen lassen ihre Abläufe von Spezialisten überprüfen. Ich bin nicht besonders Bibelfest, aber ein passendes Zitat ist: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“ Bei sich selbst ist man halt gerne sozusagen betriebsblind.

2. Konstruktive Kritik – der Job als Trainer erfordert es, Probleme anzusprechen. Dazu gehört auch kontraproduktives Verhalten zu kritisieren. Damit kann nicht jeder umgehen. Oftmals lassen wir uns nicht von Freunden oder Partnern kritisieren. Sie sind zu nah an uns dran, als dass wir uns etwas von ihnen sagen lassen. Selbst wenn sie recht haben und z.B. erkennen, dass deine neue Beziehung nicht gut für dich ist, weil sie erst 3 Wochen dauert und ihr euch schon 3x heftig gestritten habt. Du aber wirst das nicht wahrhaben wollen. Tief im Unterbewusstsein wissen die meisten aber, was sie falsch machen, sie brauchen nur jemand von aussen, der ihnen nicht zu nah steht und der es ihnen sagt.

Wenn jemand zu mir kommt und sagt: „Ich will 10 Kg abnehmen, aber ich trinke jedes Wochenende Wein, Bier und Schnaps – das werde ich nicht ändern.“ Rate mal, was ich ihm sage, was er ändern muss. Und er weiss es natürlich selbst. Er hat nur Angst, es zu ändern, deshalb erwähnt er es direkt – um sich bei eventuellem Scheitern abzusichern und sagen zu können: „Ich hab ja gleich gesagt, das ändere ich nicht.“ Wie ich schon mal im Post zur 80/20 Regel geschrieben habe, ändern die Leute oftmals lieber 80% Kleinigkeiten, die aber nur 20% Veränderung bewirken, als sich auf die schwierigen 20% ihres Verhaltens zu konzentrieren, die aber 80% Unterschied machen. Wie ich ebenfalls auch schon in einem Post zum Thema Mindset geschrieben habe, unterscheidet Autorin Carol Dweck in ihrem Buch „Mindset“ (die deutsche Version heisst Selbstbild: http://amzn.to/2hiPZvQ) zwischen dem Growth-Mindset und dem Fixed-Mindset. Kurz: lösungsorientiertes Denken und problemorientiertes Denken.

Jeder wird wahrscheinlich von einem oder mehreren Bekannten berichten können, deren Fixed-Mindset, also ihr Fokus auf ein Problem anstatt auf eine Lösung, ihren Erfolg bei irgendetwas verhindert hat. Bei einer solchen Denkweise sind immer die anderen (der Trainer, das Programm, die Umstände, die Genetik, Pech, andere Leute, Flüchtlinge usw.) Schuld am ausbleibendem Erfolg, aber nie derjenige selbst. Eine solche Einstellung ist nicht nur falsch und dumm, sondern auch kontraproduktiv für den eigenen Fortschritt. Nur wer auch fähig zu konstruktiver Kritik ist und Lösungen für die durch den Trainer aufgezeigten Probleme findet, wird Erfolg haben. Diese Probleme auszublenden oder umgehen zu wollen wird nicht funktionieren. Es muss nicht immer alles perfekt laufen, kann es auch nicht. Aber die richtige Einstellung und Kritikfähigkeit ist wichtig.

3. Verbindlichkeit – ein Trainer bedeutet feste Termine und externe Kontrolle. Es muss bei Absage oder ausbleibendem Fortschritt nicht nur Rechenschaft vor dem eigenen Gewissen abgelegt werden, für das man immer Ausreden findet, die es beruhigen, sondern vor jemand anderem. Jemandem, der die meisten Ausreden schon gehört hat und der unangenehme Fragen stellen kann. Sobald du ein Ziel in einem festen Zeitrahmen anstrebst und jemanden bezahlst, um es zu erreichen und dich dabei zu kontrollieren, wäre es Geldverschwendung trotz dieser Kontrolle dessen Vorgaben nicht umzusetzen.

Stell sicher, dass du das richtige Mindset hast, such dir einen Trainer der die Erfolge mit seinen Kunden produziert, die du erreichen möchtest und setze seine Vorgaben um. Das ist der Weg zum Ziel.