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Ist Personal Training ein Luxusgut, das sich nur die Oberschicht leisten kann?

Zugegeben, Personal Training oder Personal Coaching auf jeglichen Ebenen ist immer mit einem gewissen Geldbetrag verbunden. Zumindest, wenn man die gängigen Meinungen hört. Als ich mit dem Personal Training begonnen hatte und auch ein paar Jahre danach habe ich von diversen Seiten immer zu hören gekriegt, wie teuer und unerschwinglich die Preise eines Coaches seien und, dass sich das die meisten niemals leisten können. Oft waren darunter auch Freunde dabei, die nicht daran geglaubt haben, dass ich damit Erfolge erzielen könnte. Dies vor allem, weil offenbar die meisten Menschen ein verzerrtes Bild von einem Personal Trainer haben.
Warum sollte sich jeder einen Coach leisten?
In einem älteren Blog meines Trainerkollegen, Philip Schmieder, werden 3 Gründe genannt, wieso du einen Coach brauchst. www.coach-michael.com/blog/3-grunde-warum-du-einen-coach-brauchst
Er nennt dabei den Aussenblick, die konstruktive Kritik und die Verbindlichkeit als Hauptgründe. Diese drei Gründe bilden definitiv eine wichtige Basis, wenn sich jemand ein Coaching leisten möchte. Ich möchte jedoch in diesem Blog noch ein paar Stufen tiefer in die Thematik eintauchen und dem noch mehr Perspektiven verleihen.
Es ist doch in der Tat so: Wir Menschen lernen oft nur aus Fehlern und wurden diese einmal begangen, sind wir auch offen(er) für Coachings. Das können Coachings jeglicher Art sein. Sei das ein Business Coaching, mentales Coaching oder eben ein Personal Trainer/Coach. In vielen Fällen wollen wir selber unseren Weg gehen und meinen, das funktioniere dann doch irgendwie. Das kann es, tut es aber in den meisten Fällen nicht. Aus meiner Perspektive gesehen: wenn ich nochmals wählen könnte, wie mein Weg mit 18 aussehen würde, hätte ich einen anderen gewählt. Und das in etlichen Bereichen. Als ich mit 18 Jahre zum ersten Mal das David Gym in Albisrieden betrat, hatte ich keine Ahnung, worauf ich mich da einliess und wohin mein Weg führen sollte. Würde ich jetzt mit meinem damaligen Ich sprechen, würde ich ihn auf die wichtigsten Learnings und Stolpersteine aufmerksam machen und ihm raten, einen guten Coach zu finden, der dich mental fit macht und dir die wichtigsten Tricks für einen gesunden und fitten Körper mit auf den Weg gibt. Ich glaube, das wäre zur damaligen Zeit fast eine unmögliche Aufgabe gewesen.

Zugegeben, die damaligen Fitnessinstruktoren waren wohl den heutigen in vielem überlegen. Und dennoch: ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen, mir mit 18 Jahre einen eigenen Personal Trainer zu leisten. Damals ging es mir nicht wirklich darum, wie viel mich das kosten würde, ich habe ganz einfach nicht an eine solche Möglichkeit gedacht. Wir hatten damals regelmässige Trainingsupdates. Ich denke, das waren im Schnitt alle drei Monate – was doch weitaus mehr ist als in den meisten Fitnesscentern heutzutage. Mein Kollege und ich machten auch Fortschritte, aber diese waren natürlich auch vom Beginnerphänomen geboostet worden. In den ersten zwei Jahren erzielen fast alle Fortschritte, speziell wenn du noch jünger bist, da das Testosteron nur noch so aus dir heraussprudelt. Was ebenfalls wichtig ist, wenn du jünger bist oder zum ersten Mal ein Fitnesscenter betrittst: die richtige Technik. Wie wichtig die ist und worauf du hier achten musst, beschreibe ich in einem anderen Blog. Es kommt dabei nicht nur auf die Technik an, die dich prägen wird, sondern noch viel mehr auf dein Ego. Gerade angesichts des immer mehr ansteigenden Anteils an jüngeren Mitgliedern, ist die Verantwortung seitens der Fitnesscenter gestiegen. Gerade in jüngeren Jahren haben wir einen entscheidenden Einfluss darauf, was später die Konsequenzen davon sind. Jüngere – insbesondere junge Männer – folgen oft den «bekannten» Youtube Stars und lassen sich durch deren Fake Natural Ansätze zu Sachen verleiten, die sie später einmal bereuen werden. Gerade diese Zielgruppe sollte vermehrt auf die Gefahren sensibilisiert werden und entsprechende Hilfe von professionellen Coaches in Anspruch nehmen. Und hier kommt gleich ein weiteres Problemfeld auf sie zu. Die Schweizer Fitnesslandschaft ist eher rar gesät mit guten Coaches. Gerade weil jeder in der Schweiz sich ziemlich schnell Coach nennen kann, ist die Gefahr ebenso gross, dass man bei einem «falschen» landet. An dieser Stelle verweise ich an einen älteren Blog von mir. Dort beschreibe ich grob, woran du einen guten Coach erkennst.
www.coach-michael.com/blog/was-macht-einen-guten-coach-aus

Wie ich oben bereits erwähnt habe, lernen wir Menschen oft nur aus unseren begangenen Fehlern. Wir verlieren dabei aber eine Unmenge an Zeit. Und Zeit ist in unserem Leben das wichtigste Gut, denn wir wissen nie, wie viel uns davon noch bleibt. Deshalb sollten wir unsere Zeit möglichst so nutzen, dass wir effizienter und effektiver vorankommen. Zugegeben, in einigen Bereichen ist auch Geduld und der Reifeprozess gefragt, denn an gewissen Sachen muss man auch «reifen» und wächst dann mit der Zeit daran. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum die «älteren» unter uns einem Coaching generell viel offener gegenüberstehen. Klar, in den meisten Fällen können sich diese das eher «leisten». Aber es sollte meiner Ansicht nach genau umgekehrt sein. Wenn wir «jünger» sind, sollten wir uns von älteren und erfahrenen Coaches guiden lassen, um dann effektiver und effizienter voranzukommen.

Ich spreche hier auch aus Erfahrung. Und ich kritisiere mich hier genauso. Mein Ansatz ist grundsätzlich: jeder Coach benötigt einen Coach und jeder, der im Leben auf irgend eine Art und Weise vorankommen wird, tut dies ebenfalls. Wenn du deine Grundschule absolviert hast, machst du entweder eine Berufslehre oder du gehst den universitären Weg via Gymnasium. Für deine schulische Ausbildung ist also gesorgt und jeder versteht auch, wie wichtig, dass das ist. Sind wir dann im Arbeitsalltag angekommen, tun wir dies nur noch vereinzelt. Klar, wenn wir in der Karriereleiter weiter vorankommen wollen, besuchen wir weitere Ausbildungen, aber nur in ganz wenigen Fällen nehmen wir uns Mentoren zur Seite, die wohl etwas mehr Investition benötigen, dich jedoch viel gezielter und schneller voranbringen.

Machen wir das auch mit unserer Gesundheit bzw. unserem Körper? Sehr selten und oft nur dann, wenn uns entweder etwas schmerzt, der Arzt dies empfiehlt oder wir uns vor lauter Pirellibauch nicht mehr im Spiegel anschauen können. Warum ist unsere Gesundheit in vielerlei nur eine nette Nebenerscheinung, obwohl sie das Wichtigste ist, was wir haben? Wenn wir uns fit und gesund fühlen, stark und energiegeladen, sind wir automatisch viel motivierter, um unsere anderen Ziele/Aspekte im Leben in Angriff zu nehmen. Schlussendlich geht es in einem hochstehenden Personal Training/Coaching um noch viel mehr als das. Es geht darum, was es tief in dir auslöst. Auch wenn viele den Gang zum Trainer damit in Verbindung bringen, sexier und knackiger auszusehen, hat der Effekt, den es auf dich in deiner Persönlichkeit hat, einen weitaus grösseren Einfluss. Wir vergessen nämlich oft, dass wir von innen nach aussen wachsen: und das beginnt in deinen Zellen. Deshalb ist ein hochstehendes Coaching auch darauf ausgerichtet, im Kern zu starten und darauf aufzubauen.

Aber ich kann es mir wirklich nicht leisten
Als ich mit meinem Coaching vor mehreren Jahren begonnen hatte, habe ich diesen Satz immer und immer wieder gehört. Und damals war ich einiges günstiger als heute. In Wirklichkeit wird dies ein Trainer während seiner Laufbahn immer wieder zu hören kriegen. Dazu gibt es viele Gründe. Einer der zentralsten ist, dass es dem potentiellen Kunden (noch) nicht wichtig genug ist bzw. dessen Priorität es noch nicht ist, an seiner Gesundheit zu arbeiten oder fremde, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer, bedeutungsvoller Grund ist, dass sich der Trainer seines Wertes nicht bewusst ist. Wenn sie/er sich dessen nicht bewusst ist, wirst du das realisieren und auch kein Coaching bei dieser Person buchen.

Mein Kundenportfolio ist ziemlich breit gemischt. Es finden sich Unternehmer, Teilzeit Angestellte, alleinerziehende Mütter, Manager und auch vereinzelt CEOs darin. Das zeigt sehr schön, dass es nicht nur eine Frage des Einkommens ist, sondern der Prioritäten. Sie alle sehen darin einen Mehrwert und fühlen sich durch das regelmässige Coaching nicht nur deutlich besser, sondern auch motivierter, energiegeladener und rundum gesünder. Das soll an dieser Stelle keine Selbstbeweihräucherung sein, sondern soll lediglich zeigen, dass Coaching für alle gedacht ist, die im Leben dazulernen und weiterkommen möchten.

Auch ich habe in der Vergangenheit den Spruch «Ich kann es mir nicht leisten» immer wieder geäussert. In vielen Fällen auch berechtigt und den Prioritäten entsprechend. Wenn sich jemand seinen Prioritäten bewusst ist, darf er dies auch so zum Ausdruck bringen. Was ich dann allerdings nicht verstehe, sind Menschen, die seit Jahren ein Fitnessabo besitzen, jedoch über die Jahre keine nennenswerten Fortschritte verzeichnen und mir erzählen, ein Coaching sei für sie zu teuer. Wenn wir die Jahre als Abonnent aufrechnen mit der Zeit, die sie dafür «verlieren», hätten sie sich ohne Weiteres ein 6 Monatscoaching bei mir leisten können und hätten nicht nur Zeit, Nerven, Geduld gespart, sondern wären danach deutlich zufriedener mit sich selbst und bestens gewappnet, um alleine weitere Fortschritte erzielen zu können. Denn ein gutes Coaching zielt auch darauf ab, einen Kunden längerfristig alleine machen zu lassen oder mit geringerer Frequenz Coachings in Anspruch zu nehmen, sofern der Kunde schon so weit ist. Einem guten Coach geht es keinerlei darum, Kunden von ihm abhängig zu machen, sondern er/sie will, dass seine Kunden so schnell wie möglich Fortschritte erzielen. Es ist ganz einfach: je zufriedener ein Kunde mit dir und deinem Service ist, desto eher wird er dich weitervermitteln.

Gutes Coaching ist niemals günstig und wenn du etwas sehr Günstiges in Zürich suchst, dann kann ich dich gerne an entsprechende Adressen weitervermitteln. Dann weisst du selbstverständlich auch, was dich dort erwartet, oder mit den Worten von John Ruskin:

«Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.»

John Ruskin (1819-1900)