loading

8 Fitness- und Ernährungsirrtümer, die Menschen 2021 immer noch glauben

Es scheint so, dass die Wissenschaft von vielen Menschen ignoriert wird, wenn es um Fitness-und Ernährung geht.

Der junge Trainer auf Instagram, der Freund der Schwester deines Klienten und noch andere Kandidaten machen sich nicht viel aus Wissenschaft.

Meine Aufgabe ist es den Menschen zu helfen, ihre Fitness und Gesundheit zu verbessern:

  • effizienter zu trainieren
  • sich achtsamer zu ernähren und
  • gesünder zu leben und mehr Energie zu haben
  • und auch zu lernen, auf ihren Körper und dessen Instinkte zu hören

Genau deshalb stimmt es mich oft nachdenklich, dass immer noch viele Menschen grossen Irrtümern Glauben schenken.

Es gibt immer noch viele uninformierte Menschen und das liegt zum Teil auch an Marketern, die aus Verkaufs-Gründen viel Unsinn in die Welt tragen. Und weil polarisierende Äusserungen einfach besser ankommen und Wirkung zeigen -zumindest auf den ersten Blick.

In diesem Beitrag zeige ich dir acht Mythen über Fitness und Ernährung, die immer noch in der Welt kursieren und deine Fitnessreise behindern können. Mit der Wissenschaft auf der Seite stelle ich dir nun diese Mythen vor und enttarne sie für dich.

 

1. [Füge hier jede beliebige Diät ein] ist die beste Diät zum Abnehmen

 

Ein neues Jahr, eine neue Diät. Schauen wir uns doch mal nur die Low Carb Ernährung an. Da kam die Atkins Diät, dann die South Beach Diät, danach Paleo, dann die ketogene Ernährung und schliesslich die Carnivore Ernährung.

Ich könnte dir Trendphasen und Lebensdauer von verschiedensten Ernährungsweisen auflisten (von Low Fat, hin zu vegetarischer Ernährung, Fasten-Diät, Detox-Diäten und vielem mehr).

Ich lasse das allerdings, denn jeder neue Trend bringt uns ohnehin immer das Gleiche bei. Keine einzige Diät ist für jeden richtig. Manche Ernährungsweisen sind sogar schlecht für einige Menschen.

Die Realität ist simpel. Es gibt keine magische Ernährungsform und jede Mode-Diät funktioniert nach demselben Schema. Und zwar so:

  1. Kalorien verringern: Wenn du verzichtest (auf Getreide, Fett, Fleisch, Milch oder auf was auch immer), dann isst du einfach weniger, weil du weniger Optionen hast. Deshalb nimmst du ab.
  2. Regeln: Die meisten Diäten sagen dir entweder, was du essen darfst und was du nicht essen darfst. Auch sagen sie dir, wann du essen darfst und wann nicht. Jedes Diät-System nimmt das Element des Zufalls bei der Ernährung heraus.
  3. Weniger verarbeitete Lebensmittel: Jede populäre Diät basiert auf vollwertigen Nahrungsmitteln und auf wenig (oder gar keinen) verarbeiteten Lebensmitteln. Das schliesst viele Snacks und Backwaren aus, die Menschen sonst in Massen zu sich nehmen.
  4. Mühe: Da stark verarbeitete Lebensmittel nicht mehr erlaubt sind, musst du deine Ernährung planen, die Zutaten einkaufen und Zeit investieren, um das Essen vorzubereiten. Du machst dir Gedanken über jeden Aspekt des Essens.

Die meisten kleinen Details der verschiedenen Diäten spielen in der Regel keine Rolle. Ihr Hauptzweck ist: Sie geben dir einen Grund, um all diese Veränderungen zu machen.

Manchmal klingen diese Gründe gut und wissenschaftlich. Besonders dann, wenn du ein medizinisches Problem hast, dass durch die neue Diät verbessert werden soll.

Aber oftmals sind diese Berechtigungsgrundlagen solcher Diäten alles andere als wahrheitsgetreu.

In Wirklichkeit sieht es so aus:

Wie du nun weisst, sind die Grundelemente jeder Trend-Diät gleich. Aber eines stimmt: Jede der verschiedenen Ernährungsformen bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich.

Um herauszufinden, ob eine Ernährungsform zu dir passt, frag dich selber:

„Was mag ich an dieser Ernährungsform?

So findest du heraus, was dir in einem Ernährungsplan wichtig ist.

Und dann denk einige Momente über deinen Lifestyle nach. Was sind deine Gewohnheiten? Was isst du gerne? Wann isst du gerne? Kannst du auf gewisse Nahrungsmittel verzichten oder nicht?

Diese Fragen können wir gerne gemeinsam durchgehen, um so eine Ernährungsform zu finden, die gut zu deinen individuellen Bedürfnissen und deinem Lebensstil passt. Denn bei jedem sieht die „magische Diät“ etwas anders aus. Lass dir nichts anderes einreden.

 

2. Training ist schlecht für dein Immunsystem

 

Klingt komisch, ist aber so:

Während der Corona-Pandemie 2020 ist bei vielen der Glaube entfacht worden, dass Training schlecht für das Immunsystem sei.

Warum? Weil viele Storys von Athleten, die mit COVID-19 infiziert wurden, auf Instagram und Social Media gepostet wurden. Deshalb dachten viele Menschen, es hätte damit zu tun gehabt, dass diese Menschen viel Sport machen.

Die Realität ist:

Das ist nicht korrekt. Ja, das Immunsystem wird nach einem Training kurz etwas heruntergefahren, aber das war es auch schon. Langfristig stärkt Sport dein Immunsystem und schützt dich besser vor allen Krankheiten. Und wie immer kommt es auch hier auf die Dosis an. Und alles, was in eine oder andere extreme Richtung geht, ist nicht sonderlich gesundheitsfördernd.

 

 

3. Der Schlüssel zum Abnehmen: Iss viel weniger und trainiere viel mehr

 

Um abzunehmen, brauchst du ein Kaloriendefizit. Dieses kannst du erreichen, indem du:

  1. weniger isst
  2. mehr trainierst

Wieso nicht beides gleichzeitig machen, damit du schnellere Ergebnisse bekommst?

Die Realität sieht so aus:

Jeder dieser Bereiche ist in sich alleine betrachtet nicht so einfach. Zwei schwierige Dinge gleichzeitig zu tun, könnte deine Chance verringern auch nur eine davon gut zu umzusetzen. Aus diesem Grund scheitern viele Menschen mit ihren Vorsätzen.

Um ein Kaloriendefizit auch langfristig umzusetzen, braucht es ein gutes System, welches zu Beginn weg zeitaufwendig und stressig sein kann.

Deshalb ist meine Empfehlung:

Fang mit einem der beiden Sachen an. Sobald du diesen gemeistert hast, kümmere dich um den zweiten Aspekt. Beginne aber mit dem, was dir einfacher fällt. Das ist in der Regel mit mehr Bewegung. Merke dir aber: You cannot outtrain a bad diet.

 

4. Cardio ist der einzige Weg, um Gewicht zu verlieren

 

Schaut man sich in den meisten Fitnesscenter um, sieht man oft mehr Menschen auf Cardiogeräten als mit den schweren Gewichten am Trainieren.

Das zeigt, dass viele Menschen glauben, dass Ausdauertraining die beste Art ist, um Gewicht zu verlieren. Warum glauben das so viele Menschen?

Das liegt unter anderem daran, dass viele der Cardio-Geräte die Anzahl der verbrannten Kalorien auf einem kleinen Bildschirm mitzählen.

Falsch ist übrigens auch die Annahme, dass die Anzahl der verbrannten Kalorien der entscheidende Faktor für Gewichtsverlust ist.

Die Realität ist, dass dein Körper verschiedene Möglichkeiten hat, um nach hartem Ausdauertraining „zurückzuschlagen“:

  • Workouts, die viel Energie verbrauchen, stimulieren Hunger. Du ersetzt anschliessend nicht nur die verbrannten Kalorien beim Essen, sondern isst eventuell sogar noch mehr.
  • Es gibt ein sogenanntes Phänomen namens „moral licensing“:
    Du könntest dir nach einem harten und langen Training einreden, dass du dir nun redlich verdient hast, alles zu essen, was du willst. Hallo Cheeseburger, Pizza und Pommes.
  • Je härter und länger das Workout, desto weniger wirst du dich ausserhalb des Trainings während deiner Erholungszeit bewegen. Und genau das kann die verbrannten Kalorien im Fitnesscenter negieren, da du dich ohne das harte Training vermutlich im Alltag mehr bewegt hättest.

Ein gutes Workout macht mehr als nur Kalorien verbrennen. Es sorgt für mehr Stärke, Beweglichkeit und Wohlgefühl und auch den Nachbrenneffekt.

Deine Trainingsroutine sollte dich also im Endeffekt mit einem guten Gefühl zurücklassen. Wenn dein Training dich ständig vollkommen zerstört, solltest du dich fragen, ob das dein wahres Ziel ist. Denn das ist alles andere als nachhaltig.

 

5. Gib in jedem Training dein Maximum

 

Je mehr Schweiss fliesst, je mehr Qual beim Training, desto mehr Kalorien verbrennst du. Richtig? Nein.

 

Ich verstehe dennoch diesen Gedanken. Du willst nackt gut aussehen. Und um das zu erreichen, musst du Fett loswerden und Muskulatur aufbauen.

 

Trotzdem gilt: Die Intensität deines Trainings bestimmt nicht gleich die Ergebnisse deines Trainings.

Die Realität sieht so aus:

 

Hochintensive Trainings gehen besonders an deine Glykogen-Speicher und nur weniger an deine Fett-Speicher. Nach einem harten Training verlierst du zwar auch mehr Fett, weil dein Metabolismus erhöht ist. Das ist ein Vorteil.

 

Aber das heisst trotzdem nicht, dass du jedes Training bis zum Umfallen machen solltest. Je häufiger du an deiner Maximumgrenze trainierst, desto wahrscheinlich sind Verletzungen und Burnouts.

 

Das heisst, du riskierst den Fortschritt deines Trainings und alle weiteren Vorteile, nur um dich für einige Momente wie Superman zu fühlen. Macht das Sinn? Denke auch hier immer langfristig. Nachhaltigkeit und Consistency sind hier die Zauberworte.

 

 

6. Ältere Menschen sollte nicht hart trainieren

 

Früher sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass jeder Mensch eine vorgegebene Anzahl an Herzschlägen hat.

Die Annahme: Je mehr wir trainieren, desto schneller altern wir.

Die Realität ist:

Training verlängert das Leben, schützt vor Krankheiten und erhöht deine Regenrationsfähigkeit. Es verlangsamt den altersbedingten Muskelverlust, Knochenverlust und fördert Gleichgewicht, Koordination und kognitive Funktionen.

Natürlich sollte dein Training angepasst sein, wenn du ein gewisses Alter überschritten hast.

Trotzdem geht es im Training stets um eines: Deine Stärke, Bewegungsqualität und Kondition zu verbessern.

 

7. Stretching lockert verspannte Muskeln

 

Fast jeder meiner Klienten hat Bewegungsschwierigkeiten aufgrund von verspannten Muskeln und/oder Dysbalancen oder früheren Verletzungen. Viele kommen dann auf die Idee: Stretching ist die beste Lösung.

Manchmal ist das zwar der Fall, aber oftmals brauchen sie eigentlich etwas anderes, denn die Frage, die man sich stellen sollte: Warum bin ich in der Bewegung X eingeschränkt? Denn das passiert oft nur, weil dich dein Körper schützen will.

Die Realität sieht so aus:

Klassisches Stretching zieht nur an einem bestimmten Muskel, ohne die Mobilität und Stabilität um die Gelenke herum zu beachten.

Eine bessere Herangehensweise:

Korrigierende Übungen zu trainieren, die deine Bewegungsfreiheit und Gelenkfunktion verbessern. Und vor allem möglichst durch den vollen Bewegungsumfang (Full Range of Motion) zu trainieren.

Wo bist du eingeschränkt und wo hast Probleme? Lass es mich wissen und wir schauen uns gemeinsam an, welche Übungen für dich in Frage kommen und vor allem wie du diese dann ausführen solltest.

 

8. Einen Personaltrainer engagieren wird alles für dich regeln

 

Viele meiner potentiellen Klienten denken unbewusst:

„Wenn ich den Michael engagiere, dann bin ich erlöst. Dann habe ich das Hauptziel erreicht und sonst muss ich nicht mehr viel tun. Wenn ich dann Fehler mache, dann ist es nicht meine „Schuld“, sondern der gute Michael hat versagt. Schliesslich buche ich ja einen Traine/Coach, um Verbindlichkeiten aufzubauen, dann muss ich selber nicht mehr trainieren.“

Die Realität ist:

Dir muss bewusst sein, dass du trotz aller Hilfe und Unterstützung die Dinge auch selbst umsetzen musst! Das magische Wort lautet Eigenverantwortung. Je grösser diese ist, desto grösser dein Erfolg im gesamten Leben.

Um deine Ziele zu erreichen, musst du deine Komfortzone verlassen. Zum Beispiel:

  • mit dem Essen aufhören, kurz bevor du satt bist (bspw. 80% Sättigung)
  • ein Training absolvieren, obwohl du jetzt viel lieber etwas anderes machen willst und zwar so oft wie möglich alleine ohne einen Trainer, denn das fördert deine Eigenverantwortung. Der Trainer ist allenfalls da, um dir zwischendurch Tipps zu Übungen und diversen Strategien zu geben

Versteh mich nicht falsch:

Ich als Trainer bin für dich da, wenn du das wünschst. Ich kann dir auf dich zugeschnittene Trainings- und Ernährungspläne ausarbeiten. Ich kann dich „motivieren“ und dein tiefes „Warum“ aus dir herausholen. Ich kann dir auf deinem Weg helfen, mit Sorgen, Ängsten, Rückschlägen und Unsicherheiten entsprechend umzugehen. Kurzum: ich bin grundsätzlich da als Coach und nicht, um deine Wiederholungen zu zählen.

Aber den Weg gehen, den musst du im Endeffekt selber beschreiten. Du hast die Verantwortung für deine Fitness- und Gesundheitsreise.

Vergiss nicht: Ein Programm zu haben, ist nicht das Gleiche, wie ein Programm umzusetzen. Einen Personal Trainer an deiner Seite zu haben, der mit dir trainiert und der dir einen Ernährungsplan schreibt, ist nicht dasselbe wie ein Personal Coach, der dich auf allen Ebenen abholt und dich nachhaltig auf deinem Weg begleitet.

Falls du dir einen ganzheitlich denkenden Coach wünschst, der dir unter die Arme greift, aber gleichzeitig auch radikal ehrlich zu dir ist und dich auf deine Eigenverantwortung hinweist, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenloses Orientierungsgespräch.

Denn wir wissen beide: wer Fitness & Gesundheit nicht ganzheitlich angeht, wird auch längerfristig keine Erfolge erzielen. Und genau darin liegt der springende Punkt.

 

coach michael personal trainer

Michael Bachmann

Personal Trainer & Ernährungscoach

Michael Bachmann (1979) ist ausgebildeter Kommunikator FH und seit 2011 in der Fitnessbranche als Online Trainer und Business Personal Trainer in Zürich tätig. Michael hat sich im Verlaufe der Jahre auf Führungspersönlichkeiten, die sich besser in ihrem Körper fühlen und ihr Energielevel steigern wollen, spezialisiert. Michael arbeitet ganzheitlich und mit einem einzigartigen (Online) Konzept.

Über mich